Abtei Münsterschwarzach QuH-zertifiziert

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Edmund Gumpert / POW - Diözese Würzburg
"Die Bewahrung der Schöpfung ist uns das wert"

Als erstes Kloster in Deutschland wurden in der Abtei Münsterschwarzach fünf Handwerksbetrieben des Klosters kürzlich nach dem Umweltmanagementsystem Qualitätsverbund umweltbewusster Betriebe (QuB) zertifiziert. Bei einer kleinen Feierstunde in der Abtei überreichte Handwerkskammer-Präsident Walter Stoy am 5. Oktober 2006 die Urkunden an die Leiter der Spenglerei, der Schreinerei, der Metallwerkstätte, der Maler- sowie der Elektrowerkstatt.

¿Das passt sehr gut zu unserem ökologischen Konzept, das wir in der Abtei Münsterschwarzach verfolgen“, betonte Abt Michael Reepen nicht ohne Stolz bei der Verleihung der Urkunden. Er berichtete von der vielen Arbeit, die sich die Betriebe gemacht hätten und stellte fest: „Die Bewahrung unserer Schöpfung muss uns das wert sein“. Pater Anselm Grün, als Cellerar des Klosters für die Wirtschaftsbetriebe verantwortlich, ergänzte: „Das Handwerk soll den Menschen dienen und das wollen wir bewusst tun. Wir versuchen, solides Handwerk wirtschaftlich zu führen“.

Dabei spiele der Umweltgedanke eine zentrale Rolle: Bereits 2005 wurden über 50 % der nötigen Energie für die Abtei für Heizung, Strom und den Fuhrpark aus regenerativen Energieträgern gedeckt. Kürzlich ging eine Biogasanlage ans Netz. Mit der Erzeugung von Strom aus Biogas und unter Nutzung der dabei anfallenden Abwärme hat das Kloster die Voraussetzung geschaffen, seinen Energiebedarf CO2-neutral zu decken. Pater Anselm dankte der Handwerkskammer für die engagierte Unterstützung auf dem Weg zur Zertifizierung.

Präsident Walter Stoy unterstützte die Argumente des Klosters mit einem Zitat des heiligen Benedikts, der ... „in seiner Regel fordert, mit allen Dingen des Alltags sorgfältig umzugehen und sie geradezu wie heilige Altargefäße zu behandeln... Achtsamer Umgang mit der Schöpfung und mit den Menschen sei deshalb eine Art Gottesdienst.“ Ein Umweltmanagementsystem, sagte Stoy, leiste auch einen wichtigen Beitrag zur inneren Ordnung. Es bilde einen Rahmen für das Gleichgewicht zwischen Ordnung und Freiraum, zwischen Verwalten und Gestalten.

Bei Schreinermeister Petro Müller mischten sich auch kritische Töne zur - aus seiner Sicht - sonst sehr sinnvollen Zertifizierung: Er fordert daher, den Aufwand an Bürokratie zu vereinfachen. Seine Kritik wurde von Präsident Walter Stoy dankend aufgegriffen und bestätigt. Nach Ansicht des Präsidenten lassen sich die oft zitierten Gefahren, die bei der Einführung eines Managementsystems auftreten können, von Bürokratie und Aufwand mangelnder Akzeptanz und aufgeblähter Dokumentation nur mit Entschlossenheit, Engagement und einer gut durchdachten Integration des Managementsystems im Unternehmen in Schach halten. Ein gutes Managementsystem lebt aber von seinen Menschen, die dort arbeiten, die zusammenarbeiten und motiviert werden können. „Der Mensch steht auch im Mittelpunkt des Qualitätsverbunds umweltbewusster Handwerksbetriebe,“ berichtete der Kammerpräsident.

Ein Umweltmanagementsystem trägt dazu bei, die Aufbau- und Ablauforganisation zu entwickeln und zu verbessern. Richtig eingesetzt, ist es ein bedeutender Erfolgsfaktor im internen Ablauf eines Unternehmens. Es trägt dazu bei, die innerbetriebliche Aufbau- und Ablauforganisation zu entwickeln und zu verbessern.

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Bildlegende:
Die Zertifikate für das geprüfte betriebliche Umweltmanagement-System QuH nehmen für ihre Werkstätten entgegen (v.l.n.r., vorne) Petro Müller (Schreiner), Arnold Rumpel (Metall), Br. Alois Weiß (Maler), Br. Edmar Schäfer (Spengler) und Georg Troll (Elektro). Mit ihnen freuen sich über die vorbildlichen Leistungen (hinten) Dipl.-Ing. Bernd Schenk, Umweltschutzberater der Handwerkskammer, Abt Michael Reepen OSB, HWK-Präsident Walter Stoy und Cellerar Pater Dr. Anselm Grün OSB. (Foto: Edmund Gumpert)

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online seit 18. Okt 2006, aktualisiert am 23. Jan 2008

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